Text von Dr. Peter Forster

Text „Licht und Porträt“ zu Vollrad Kutscher
von Dr. Peter Forster (2012)

„Seit 1980 beschäftigt sich der Künstler Vollrad Kutscher mit den Möglichkeiten einer zeitgemäßen Menschenbilddarstellung. Mehrere Museen (u.a. Lenbachhaus München, Museum Bern, Kestner Gesellschaft Hannover) besitzen inzwischen die von ihm entwickelten „Leuchtenden Vorbilder“, Lichtporträts, die vielerorts als ständige Installationen über kleine Halogenlampen hoch über den Köpfen der Betrachter an Wände projiziert werden. Als feste Installationen stetig im wiedereröffneten Museum Wiesbaden (2007), in vielen Frankfurter Banken, im Plenarsaal des Rathauses Rüsselsheim, etc. verzaubern sie immer wieder die Betrachter.

Seit 2003 gibt es von ihm entwickelte anamorphotische Lichtporträts von lebenden Personen, d.h. farbige Glasmalerei, Halogen und Lichtprojektionen, die zwischen Sein und Schein oszillieren.

Neuere Lichttechnik (LED) in Verbindung mit farbiger Glasmalerei und dahinter aufscheinenden Porträtabbildungen auf Glas sind elementarer Bestandteil seiner Arbeit für die Rückwand des Plenarsaales und der Lobby des neuen hessischen Landtags „Himmel über Hessen“ (2008)

Für den öffentlichen Raum im Außenbereich hat er in den vergangenen Jahren mehrere Installationen aus der Verbindung von Licht und Porträt realisiert. U.a. 2003 in Nürnberg zur „Blauen Nacht“ mit bewegten Porträtsilhouetten der großen Persönlichkeiten dieser Stadt und 2007/2013 in Hamm, wo die zentralen Münsterbrücken mit einer „Blauen Welle“ ausgestattet wurden und dem „Rendezvous in Blue“ mit einer Variation des Porträtmotivs versehen werden sollen.

Eine Weiterentwicklung für den Außenraum stellen aktuell seine „Lichtpersönlichkeiten für den Stadtraum“ dar. Persönlichkeiten aus der Kultur- und Geistesgeschichte einer Stadt werden von ihm auf Glas gemalt und erscheinen als originale Lichtbilder mit Namen und Lebensdaten in ca. 2 Meter großen, runden Lichtflächen auf dem Gehweg oder Platz. An normalen, schon vorhandenen Lampenmasten werden Projektoren in 5m Höhe befestigt und mit Strom versorgt. Durch Reihungen und/oder Paarungen auf einem zentralen Platz oder Bürgersteig erhellen diese Lichtporträts bei Anbruch der Dunkelheit dem Passanten seinen Weg. Er durchschreitet einen stadtspezifischen, originellen und identitätsstiftenden Lichtraum (Georgstrasse Hannover, 2007).“

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