Hartung + Trenz Statement

Hartung + Trenz
Statement

„Trauen wir dem Wort mehr als dem Bild? Ist ein verbales Statement eines Künstlers relevanter und aufschlussreicher als seine bildnerische Arbeit? Können wir Bilder nicht mehr lesen? Seit nahezu 20 Jahren beschäftigen wir uns mit dem Verhältnis von Wort und Bild, den beiden wichtigsten visuellen Möglichkeiten, Wahrnehmung zu interpretieren und zu archivieren. Wir verstehen Bilder als konkrete Sprache und Worte als bildhafte Zeichen im inhaltlichen und formalen Sinne. Grundidee unserer Arbeit ist, dem Wort durch die An- und Einbindung an Fläche und Raum seine seriöse, autoritäre Lesbarkeit zu entziehen und ihm seine ursprüngliche poetische Konnotationsfähigkeit zurückzugeben. Gleichzeitig werden die generierten Bilder les- und interpretierbar. Die Bildunterschrift wird zur Bildinschrift. Die Wortbilder werden zu Bild-Texträumen, die mit den realen dreidimensionalen Räumen, auf die sie projiziert werden, korrespondieren. Der Automatismus, der dem Schriftlesen innewohnt, zieht den Betrachter, sprich Leser, unmittelbar und direkt in das wahrgenommene Bild. Das wiederum wird im selben Augenblick Teil seines aktiven Denkprozesses. Schrift simuliert durch ihren Abstraktionsgrad keine Imitation von Wirklichkeit, sondern bleibt Chiffre, verabredetes Zeichen. Hierin trifft sie sich mit der Symbolik von Bildformen und Bildbewegungen. Unsere Arbeiten experimentieren mit dem Zusammenspiel von sprachlichem Bewusstsein und bildhafter Assoziation, dem Vermögen von Wort und Bild, Welt zu interpretieren und zu kreieren.“

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